6. Oktober 2005 Märkische Allgemeine Zeitung
|
WILDAU, Sven Landvoigt, ehemaliger Logistikstudent an der Technischen Fachhochschule (TFH) in Wildau, hat es geschafft: Nachdem er eine Diplomarbeit über die Logistikhalle des Funkwerks Dabendorf geschrieben hatte, fand er dort im vergangenen Jahr auch eine Anstellung. Das Unternehmen im Landkreis Teltow-Fläming hat mit der TFH eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen und sogar ein Stipendium im Fach Telematic ausgelobt. Bisher wurden sieben Absolventen Mitarbeiter in diesem boomenden Unternehmen. Sie arbeiten als Teamleiter Controlling oder in der Niederlassung San Diego. Doch eine solche Zusammenarbeit von Hochschule und Unternehmen ist in Brandenburg nicht alltäglich. 80 Prozent der TFH-Absolventen verlassen das Land, da sie in den alten Bundesländern bessere Perspektiven finden. Wie können bessere Rahmenbedingungen geschaffen werden? Dieser Frage ging gestern Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns in einem Gespräch mit Studenten und Dozenten in Wildau nach. Vom steinigen Weg einer erfolgreichen Firmengründung berichtete Markus Schelhorn, der als Diplom-Wirtschaftsinformatiker die Geschäftsführung einer Firma namens System Concept inne hat und Räume im Technologie- und Gründerzentrum anmietete. „Ich hatte mit Kollegen während des Studiums die Firma in einer Einliegerwohnung gegründet. Problematisch war es, zu einem Firmenkonto zu kommen. Dazu wurde die Gründungsurkunde des Notars gebraucht, die aber gab es erst, wenn ein Konto nachgewiesen werden konnte." Neben der Schwierigkeit bei der Startfinanzierung und aufwändiger Antragstellungen für Darlehen wurde der fehlende Zugang zu Netzwerken beklagt: Christoph Speroni war bereits im sechsten Semester an einer Softwareentwicklung beteiligt und konnte sich in den vergangenen beiden Jahren mit einem Programm für einen Pocket-PC auf der Cebit präsentieren, wo er einen Pilotkunden für sein Projekt gewinnen konnte. |
„Wir haben eine Förderung in der Gründungsphase für sechs Monate erhalten, auf deren Möglichkeit uns erst die Hochschule aufmerksam gemacht hat. Jetzt ist für uns die Integration in Netzwerke wichtig", sagte er. Minister Junghanns machte deutlich, dass die jungen Existenzgründer rechtzeitig begreifen sollten, dass sie als Unternehmer handeln und sich selbst um Partner und Finanzen bemühen müssten. „Wichtig ist es, |