29. März 2008 Märkische Allgemeine
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POTSDAM - Gebastelt haben Markus Schelhorn und seine vier Studienkollegen an ihren maßgeschneiderten Software-Programmen für Firmen zunächst in der Einliegerwohnung bei der Großmutter von einem der Tüftler. „Nach zwei Jahren haben wir dann das Garagenimage abgelegt und sind richtig in den Markt gestartet“, sagt Schelhorn, heute Geschäftsführer der System Concept GmbH in Wildau (Dahme-Spreewald). Geholfen hat den fünf Gründern im Jahr 2000 der Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg. Dort holten sich die Technik-Fanatiker, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben, die Fertigkeiten, einen auch kaufmännisch durchdachten Businessplan aufzustellen. Heute ist System Concept zuverlässiger Partner vieler mittelständischer Unternehmen in ganz Deutschland und erarbeitet unter anderem Software für die niederländische Botschaft. Die Wildauer BPW-Preisträger sind nur ein Bei- spiel für den Kick, den der Wettbewerb mit seinen kostenlosen Schulungen etwa in Marketing, Finanz- und Steuerfragen Gründern geben kann. 978 noch heute bestehende Firmen in Berlin-Brandenburg, die fast 4000 Jobs stellen, haben seit 1996 die Chancen des Wettbewerbs auf dem Weg zur Gründung genutzt. „Der Plan spielt eine Schlüsselrolle dabei, dass Brandenburg Gründerland Nummer eins in Ostdeutschland ist“, sagte der brandenburgische Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) gestern in Potsdam bei einer Bilanz der ersten Stufe des dreigliedrigen Wettbewerbs im laufenden Jahr. 564 Businesspläne, hinter denen 1050 Gründer stehen, wurden bisher eingereicht – das ist ein Drittel mehr als noch im Jahr 2007. |
Auch Christian Fidelak hat sich das Rüstzeug zu dem für April geplanten Start seines neuen Un- ternehmens „Bovicare“ in Potsdam beim Wettbewerb geholt. „Ich hatte doch keine Ahnung von Finanzplanung und habe da extrem viel gelernt“, sagt der Tierarzt. Nun glaubt der Preisträger von 2007 zu wissen, dass man mit seiner „Idee auch Geld verdienen kann“. Bovicare hat sich der Gesundheitsüberwachung von Milchkühen in Brandenburg verschrieben. Mit moderner Labor-Diagnostik soll der Einsatz von Medikamenten reduziert werden. „Zur Behandlung von Krankheiten bei deutschen Nutztieren werden pro Jahr 2000 Tonnen Antibiotika verbraucht“, so Fidelak. „Sehen, ob meine Ideen werthaltig sind“, wollte auch Mitpreisträger Christoph Charlé. Mit den gewonnenen Kenntnissen hofft der Biochemiker, bald in Teltow (Potsdam-Mittelmark) seine Firma „Yarra-Gene“ auf den Weg bringen zu können, die geeignete Empfänger für Spenderorgane schneller als heute üblich ermitteln soll. „Ein Kind des Wettbewerbs“ sei auch die Bravis GmbH in Cottbus, sagt Geschäftsführer André Röhrig. 2005 und 2006 haben die Gründer des Anbieters von Videokonferenzsystemen teilgenommen. Der erarbeitete Businessplan hat den Cottbusern die Türen bei Beteiligungskapitalgebern eröffnet, mit dem die Ausgründung von Studenten an der dortigen Universität vor zwei Jahren möglich wurde. Heute hat Bravis 22 Beschäftigte und arbeitet mit Pharma-Unternehmen und Verlagshäusern zusammen. |